Weiterleitungen und die Google Suche

Bei der Weiterleitung wird eine vorhandene URL in eine andere URL aufgelöst. Damit wird Besuchern und der Google Suche im Grunde mitgeteilt, dass eine Seite einen neuen Speicherort hat. Weiterleitungen sind in folgenden Fällen besonders hilfreich:

  • Du hast deine Website in eine neue Domain migriert und möchtest den Übergang so nahtlos wie möglich gestalten.
  • Nutzer greifen über verschiedene URLs auf deine Website zu. Deine Startseite kann beispielsweise über http://beispiel.de/start, http://start.beispiel.de oder http://www.beispiel.de erreichbar sein. In diesem Fall wählst du eine der URLs als bevorzugte (kanonische) URL aus und verwendest Weiterleitungen, um Zugriffe von den anderen URLs an sie umzuleiten.
  • Du führst zwei Websites zusammen und Links zu veralteten URLs sollen dabei an die richtigen Seiten weitergeleitet werden.
  • Du hast eine Seite entfernt und möchtest Nutzer zu einer neuen Seite weiterleiten.

Übersicht zu Weiterleitungstypen

Während deine Nutzer normalerweise nicht zwischen den verschiedenen Arten von Weiterleitungen unterscheiden können, nutzt die Google Suche Weiterleitungen als starkes oder schwaches Signal, dass das Weiterleitungsziel kanonisch sein muss. Welcher Weiterleitungstyp gewählt wird, hängt davon ab, wie lange die Weiterleitung voraussichtlich verwendet wird und welche Seite in den Suchergebnissen angezeigt werden soll:

  • Dauerhafte Weiterleitungen: Das neue Weiterleitungsziel wird in den Suchergebnissen angezeigt.
  • Temporäre Weiterleitungen: Die Quellseite wird in den Suchergebnissen angezeigt.

In der folgenden Tabelle werden die verschiedenen Methoden erläutert, mit denen dauerhafte und temporäre Weiterleitungen eingerichtet werden können. Die Methoden sind danach geordnet, wie wahrscheinlich es ist, dass Google sie richtig interpretieren kann. So haben serverseitige Weiterleitungen z. B. die besten Chancen, von Google richtig interpretiert zu werden. Wähle den für deine Situation und deine Website geeigneten Weiterleitungstyp aus:

Weiterleitungstypen
Dauerhaft

Der Googlebot folgt der Weiterleitung und die Indexierungspipeline versteht die Weiterleitung als starkes Signal dafür, dass das Weiterleitungsziel kanonisch sein muss.

HTTP 301 (moved permanently)

Richte serverseitige Weiterleitungen ein.

HTTP 308 (moved permanently)
meta refresh (0 Sekunden)

Richte meta refresh-Weiterleitungen ein.

HTTP-Aktualisierung (0 Sekunden)
JavaScript location

Richte JavaScript-Weiterleitungen ein.

Crypto-Weiterleitung

Weitere Informationen zu crypto-Weiterleitungen

Temporär

Der Googlebot folgt der Weiterleitung und die Indexierungspipeline versteht die Weiterleitung als schwaches Signal dafür, dass das Weiterleitungsziel kanonisch sein muss.

HTTP 302 (found)

Richte serverseitige Weiterleitungen ein.

HTTP 303 (see other)
HTTP 307 (temporary redirect)
meta refresh (> 0 Sekunden)

Richte meta refresh-Weiterleitungen ein.

HTTP refresh (> 0 Sekunden)

Serverseitige Weiterleitungen

Damit du serverseitige Weiterleitungen einrichten kannst, musst du auf die Serverkonfigurationsdateien (z. B. die Datei .htaccess unter Apache) zugreifen oder die Weiterleitungsheader mit serverseitigen Skripts (z. B. PHP) einrichten. Du kannst sowohl dauerhafte als auch temporäre Weiterleitungen auf Serverseite erstellen.

Dauerhafte serverseitige Weiterleitungen

Falls du die in den Ergebnissen einer Suchmaschine angezeigte URL einer Seite ändern musst, empfehlen wir, nach Möglichkeit eine dauerhafte serverseitige Weiterleitung zu verwenden. So kannst du am besten erreichen, dass die Google Suche und Nutzer auf die richtige Seite weitergeleitet werden. Die Statuscodes 301 und 308 bedeuten, dass eine Seite dauerhaft an einen neuen Speicherort verschoben wurde.

Temporäre serverseitige Weiterleitungen

Wenn du Nutzer nur vorübergehend auf eine andere Seite weiterleiten möchtest, verwendest du am besten eine temporäre Weiterleitung. So wird auch die alte URL in den Ergebnissen von Google über einen längeren Zeitraum beibehalten. Wenn beispielsweise ein auf deiner Website angebotener Dienst vorübergehend nicht verfügbar ist, kannst du Nutzer mit einer temporären Weiterleitung auf eine Seite umleiten, auf der die Situation erläutert wird. An der Verfügbarkeit der ursprünglichen URL in den Suchergebnissen ändert sich dabei nichts.

Serverseitige Weiterleitungen implementieren

Die Implementierung von serverseitigen Weiterleitungen hängt von deiner Hosting- und Serverumgebung bzw. der Skriptsprache des Back-Ends deiner Website ab.

Wenn du eine permanente Weiterleitung mit PHP einrichten möchtest, verwende die Funktion header(). Du musst die Header festlegen, bevor du etwas an den Bildschirm sendest:

header('HTTP/1.1 301 Moved Permanently');
header('Location: http://www.example.com/newurl');
exit();

Hier ein entsprechendes Beispiel dafür, wie du eine temporäre Weiterleitung mit PHP einrichtest:

header('HTTP/1.1 302 Found');
header('Location: http://www.example.com/newurl');
exit();

Wenn du Zugriff auf die Webserver-Konfigurationsdateien hast, kannst du die Weiterleitungsregeln möglicherweise selbst schreiben. Folge dazu den Richtlinien deines Webservers:

  • Apache: Informationen findest du in der Apache-Anleitung zu .htaccess, den Apache-Richtlinien zur URL-Neuschreibung und der Apache-Dokumentation zu mod_alias Mit mod_alias kannst du beispielsweise die einfachste Form von Weiterleitungen einrichten:

    # Permanent redirect:
    Redirect permanent "/old" "http://example.com/new"
    
    # Temporary redirect:
    Redirect temp "/two-old" "http://example.com/two-new"

    Für komplexere Weiterleitungen kannst du mod_rewrite verwenden, wie in diesem Beispiel:

    RewriteEngine on
    # redirect the service page to a new page with a permanent redirect
    RewriteRule   "^/service$"  "/about/service"  [R=301]
    
    # redirect the service page to a new page with a temporary redirect
    RewriteRule   "^/service$"  "/about/service"  [R]
  • NGINX: Informationen findest du im Artikel zur Erstellung von NGINX-Umschreiberegeln im NGINX-Blog. Wie bei Apache kannst du Weiterleitungen auf verschiedene Arten erstellen. Hier ein Beispiel:

    location = /service {
      # for a permanent redirect
      return 301 $scheme://example.com/about/service
    
      # for a temporary redirect
      return 302 $scheme://example.com/about/service
    }

    Für komplexere Weiterleitungen kannst du die Anweisung rewrite verwenden:

    location = /service {
      # for a permanent redirect
      rewrite service?name=$1 ^service/offline/([a-z]+)/?$ permanent;
    
      # for a temporary redirect
      rewrite service?name=$1 ^service/offline/([a-z]+)/?$ redirect;
    }
  • Wende dich für alle anderen Webserver an deinen Servermanager oder Hostanbieter oder suche in deiner bevorzugten Suchmaschine nach Richtlinien und Anleitungen, z. B. „LiteSpeed-Weiterleitungen“.

Weiterleitung mit meta refresh und das HTTP-Äquivalent

Wenn du serverseitige Weiterleitungen auf deiner Plattform nicht einrichten kannst, können meta refresh-Weiterleitungen eine gute Alternative sein. Google unterscheidet zwischen zwei Arten von Weiterleitungen mit meta refresh:

  • Sofortige meta refresh-Weiterleitung: Wird ausgelöst, sobald die Seite in einem Browser geladen wird. Sofortige meta refresh-Weiterleitungen werden von der Google Suche als dauerhafte Weiterleitungen interpretiert.
  • Verzögerte meta refresh-Weiterleitung: Wird erst nach einer bestimmten Zeit ausgelöst, die vom Websiteinhaber in Sekunden festgelegt wird. Die Google Suche interpretiert verzögerte meta refresh-Weiterleitungen als temporäre Weiterleitungen.

Füge die meta refresh-Weiterleitung entweder im „head“-Abschnitt des HTML-Codes oder im HTTP-Header mit serverseitigem Code ein. Hier ist ein Beispiel für eine sofortige meta refresh-Weiterleitung im „head“-Abschnitt des HTML-Codes:

<!doctype html>
<html>
  <head>
  <meta http-equiv="refresh" content="0; url=https://example.com/newlocation" />
  <title>Example title</title>
  <!--...-->

Und hier ein Beispiel des HTTP-Header-Äquivalents, in das serverseitige Skripts eingeschleust werden können:

HTTP/1.1 200 OK
Refresh: 0; url=http://www.example.com/newlocation
...

Setze zum Erstellen einer verzögerten Weiterleitung, die von Google als temporäre Weiterleitung interpretiert wird, das Attribut content auf die Anzahl der Sekunden, um die die Weiterleitung verzögert werden soll:

<!doctype html>
<html>
  <head>
  <meta http-equiv="refresh" content="5; url=https://example.com/newlocation" />
  <title>Example title</title>
  <!--...-->

JavaScript-Weiterleitungen vom Typ location

Wenn das Crawlen der URL abgeschlossen ist, interpretiert die Google Suche anhand des Web-Renderingsdiensts den JavaScript-Code und führt ihn aus.

Setze zum Einrichten einer JavaScript-Weiterleitung das Attribut location auf die Weiterleitungs-Ziel-URL in einem Skriptblock im Abschnitt <head> des HTML-Codes. Beispiel:

<!doctype html>
<html>
  <head>
    <script>
      window.location.href('http://www.example.com/newlocation')
    </script>
    <title>Example title</title>
    <!--...-->

Crypto-Weiterleitungen

Wenn du keine der herkömmlichen Weiterleitungsmethoden implementieren kannst, solltest du deine Nutzer trotzdem darüber informieren, dass die Seite oder ihr Inhalt verschoben wurde. Am einfachsten ist es, einen Link hinzuzufügen, der auf die neue Seite verweist, und diesen um eine kurze Erklärung zu ergänzen. Beispiel:

<a href="https://newsite.example.com/newpage.html">We moved! Find the content on our new site!</a>

So können Nutzer deine neue Website leichter finden und Google interpretiert dies möglicherweise als eine crypto-Weiterleitung.

Alternative Versionen einer URL

Bei der Weiterleitung einer URL erfasst Google sowohl die Weiterleitungsquelle (die alte URL) als auch das Weiterleitungsziel (die neue URL). Eine der URLs gilt als kanonisch. Welche, ist von verschiedenen Signalen abhängig, etwa ob die Weiterleitung temporär oder dauerhaft ist. Die andere URL gilt als alternativer Name der kanonischen URL. In den Suchergebnissen können alternative Namen angezeigt werden, wenn die Suchanfrage eines Nutzers darauf schließen lässt, dass er der alten URL eventuell eher vertraut.

Wenn du beispielsweise zu einem neuen Domainnamen gewechselt bist, wird Google die alten URLs mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin gelegentlich in den Ergebnissen anzeigen, auch wenn die neuen URLs bereits indexiert sind. Das ist normal und während sich Nutzer an den neuen Domainnamen gewöhnen, werden die alternativen Namen immer seltener und schließlich gar nicht mehr angezeigt, ohne dass du etwas tun musst.