Einwilligungsmodus – Übersicht

Mit dem Einwilligungsmodus können Web- und App-Entwickler das Verhalten von Tags und App-SDKs an die Einwilligungseinstellungen der Nutzer anpassen.

Für die Verwaltung der Nutzereinwilligung ist Folgendes erforderlich:

  1. Einwilligungsstatus der Nutzer einholen (d. h. abfragen, ob der Nutzer damit einverstanden ist oder nicht, dass Daten zu seinem Verhalten gespeichert werden) Sie sind dafür verantwortlich, die Einwilligung der Nutzer auf Ihrer Website oder in Ihrer App oder für alle Daten einzuholen, die Sie auf Google hochladen. Für Websites und Apps können Sie ein Einwilligungsbanner oder eine andere benutzerdefinierte Lösung zur Einwilligung implementieren. Sie können aber auch eine Plattform zur Einwilligungsverwaltung verwenden.
    Wenn Sie Daten auf Google hochladen möchten, wenden Sie sich bitte an Ihre Rechtsabteilung, um eine Lösung zur Einwilligungsverwaltung zu finden, die Ihren Geschäftsanforderungen entspricht.
  2. Google über die Einwilligungsentscheidung oder den Einwilligungsstatus der Nutzer informieren Viele CMPs übernehmen automatisch die Übermittlung des Einwilligungsstatus an Google. Wenn Sie sich für eine benutzerdefinierte Lösung zur Einwilligung entscheiden, müssen Sie eine Methode zum Senden des Einwilligungsstatus an Google implementieren. Weitere Informationen finden Sie im Abschnitt Framework zum Verwalten der Einwilligung auswählen.
  3. Achten Sie darauf, dass die Google- und Drittanbieter-Tags der Einwilligungsentscheidung des Nutzers entsprechen.

Tags und SDKs für die folgenden Google-Produkte haben integrierte Einwilligungsprüfungen und passen das Verhalten auf Grundlage des Einwilligungsstatus an:

  • Google-Tag
  • Google Analytics (einschließlich Google Analytics für Firebase SDK)
  • Google Ads (einschließlich Google Ads-Conversion-Tracking und ‑Remarketing; Unterstützung für Anruf-Conversions noch ausstehend)
  • Floodlight
  • Conversion-Verknüpfung

Die folgenden Begriffe haben im Zusammenhang mit dem Einwilligungsmodus eine besondere Bedeutung:

  • Einwilligungsprüfungen: Das Verhalten von Tags und SDKs ändert sich je nach Einwilligungsstatus und Einwilligungsart.
  • Einwilligungsstatus: Stellt die Auswahl der Nutzer dar und kann für jede Einwilligungsart „Gewährt“ oder „Verweigert“ sein. Das Verhalten von Tags und SDKs mit Einwilligungsprüfungen ändert sich wie unter Auswirkungen der Einwilligung auf das Tag-Verhalten beschrieben.
  • Einwilligungsart: Gibt die Art der Speicherung an. Die Einwilligung kann granted oder denied für jede Art sein.

Beispiele für Einwilligungsarten:

Einwilligungsart Beschreibung
ad_storage Ermöglicht das Speichern von werbebezogenen Daten wie Cookies (Web) oder Geräte-IDs (Apps)
ad_user_data Legt die Einwilligung für das Senden von Nutzerdaten zu Onlinewerbezwecken an Google fest.
ad_personalization Legt die Einwilligung für personalisierte Anzeigen fest
analytics_storage Ermöglicht das Speichern von analysebezogenen Daten wie Cookies (Web) oder Geräte-IDs (Apps), z. B. zur Besuchsdauer
functionality_storage Ermöglicht das Speichern von Daten, die die Funktion der Website oder App unterstützen, z. B. die Spracheinstellungen
personalization_storage Ermöglicht das Speichern von Daten mit Bezug zur Personalisierung, z. B. Video empfehlungen
security_storage Ermöglicht das Speichern von sicherheitsbezogenen Daten, z. B. für Authentifizierungsfunktionen Betrugsprävention und andere Schutzmechanismen für Nutzer

Der einfache und erweiterte Einwilligungsmodus im Vergleich

Für den Einwilligungsmodus auf Ihren Websites oder in Ihren App können Sie die einfache oder die erweiterte Implementierung wählen.

Wenn Sie den Einwilligungsmodus in der einfachen Version implementieren, werden Google-Tags erst geladen, wenn ein Nutzer mit einem Einwilligungsbanner interagiert. Bei dieser Einrichtung werden vor der Nutzerinteraktion mit dem Einwilligungsbanner keine Daten an Google übertragen. Wenn der Nutzer die Einwilligung erteilt, werden Google-Tags geladen und die APIs für den Einwilligungsmodus werden ausgeführt. Über die Tags werden die Einwilligungsstatus in der folgenden Reihenfolge an Google gesendet:

  1. Standardstatus für die Einwilligung
  2. Aktualisierte Status für die Einwilligung

Wenn der Nutzer die Einwilligung nicht erteilt, werden keine Daten an Google übertragen – auch nicht der Einwilligungsstatus. Das Auslösen von Google-Tags wird vollständig blockiert. In dem Fall basiert die Conversion-Modellierung für den Einwilligungsmodus in Google Ads auf einem allgemeinen Modell.

Wenn Sie sich für die erweiterte Implementierung entscheiden, werden die Google-Tags geladen, wenn ein Nutzer die Website aufruft oder die App öffnet. Über die Tags werden die APIs für den Einwilligungsmodus geladen und es wird Folgendes ausgeführt:

  1. Die Standardstatus für die Einwilligung festlegen: Wenn keine individuellen Einstellungen festgelegt wurden, wird die Einwilligung standardmäßig denied, es sei denn, Sie legen Ihre eigenen Standardeinstellungen fest. Auch wenn die Einwilligung denied wird, werden über die Google-Tags Messungen ohne Cookies gesendet.
  2. Auf die Nutzerinteraktion mit dem Banner warten und die Einwilligungsstatus aktualisieren: Die vollständigen Messdaten werden über Google-Tags nur übertragen, wenn der Nutzer seine Einwilligung zur Datenerhebung erteilt. Weitere Informationen zum Verhalten von Tags.

Die erweiterte Implementierung ermöglicht im Vergleich zur einfachen Implementierung eine bessere Modellierung, da nicht nur ein allgemeines, sondern ein an den jeweiligen Werbetreibenden angepasstes Modell bereitgestellt wird.

Übersicht

Funktion Einfacher Einwilligungsmodus Erweiterter Einwilligungsmodus
Laden von Tags Blockiert, bis der Nutzer mit einem Einwilligungsbanner interagiert. Tags werden geladen, wenn die Standardeinstellung auf denied gesetzt ist, sofern nicht anders konfiguriert.
Datenübertragung Daten werden erst übertragen, wenn ein Nutzer seine Einwilligung erteilt hat – das gilt auch für den Standard-Einwilligungsstatus. Wenn die Einwilligung denied wird, werden der Einwilligungsstatus und Messungen ohne Cookies gesendet.
Wenn die Einwilligung grantederteilt wird, werden Cookies geschrieben und alle Messdaten übertragen.
Einwilligungsstatus Wird nach der Nutzerinteraktion festgelegt. Sofern nicht anders konfiguriert und je nach Nutzerauswahl ist die Standardeinstellung auf denied gesetzt;
Tag-Verhalten nach Nutzerinteraktion APIs für den Einwilligungsmodus werden nur dann geladen und ausgeführt, wenn ein Nutzer seine Einwilligung erteilt hat. Das Tag-Verhalten wird basierend auf der Einwilligungsentscheidung des Nutzers angepasst.
Conversion- und Schlüsselereignismodellierung Allgemeines Modell (weniger detaillierte Modellierung). An den Werbetreibenden angepasstes Modell (detailliertere Modellierung).

Wenn Nutzer ihre Einwilligung erteilen, funktionieren Tags in der Regel standardmäßig.

Wenn Nutzer die Einwilligung für Personalisierte Werbung oder werbebezogene Nutzerdaten verweigern, können Tags oder App-SDKs keine Nutzerdaten für Anzeigen-Targeting verwenden.

Wenn Nutzer die Einwilligung zur Speicherung verweigern, speichern Tags oder App-SDKs, die den Einwilligungsmodus unterstützen, keine Cookies (Web) oder Geräte-IDs (Apps). Stattdessen werden der Einwilligungsstatus und die Nutzeraktivität mithilfe von Tags durch den Versand von Messungen ohne Cookies (Web) oder Signalen (Apps) an den Google-Server geschickt. So können Conversions und Schlüsselereignisse in Google Ads- und Google Analytics-Properties modelliert werden. Weitere Informationen zu Einwilligungsmodus-Modellierung

Die folgenden Signale kommunizieren den Einwilligungsstatus:

  • Pings zum Einwilligungsstatus:Diese Pings werden von allen vom Nutzer besuchten Websites gesendet, auf denen der Einwilligungsmodus implementiert ist. Mit diesen Pings wird der Einwilligungsstatus (gewährt oder verweigert) für alle Einwilligungsarten (z. B. Anzeigen- und Analysespeicher) kommuniziert.

  • Pings für Schlüsselereignisse:Diese Pings werden gesendet, um zu signalisieren, dass ein Schlüsselereignis aufgetreten ist.

  • Google Analytics-Pings: Diese Art von Pings werden von allen Seiten einer Website gesendet, auf denen Google Analytics verwendet wird und Ereignisse protokolliert werden.

Pings können Folgendes enthalten:

  • Funktionsbezogene Informationen (etwa Header, die passiv vom Browser hinzugefügt wurden):
    • Zeitstempel
    • User-Agent
    • Referrer-URL
  • Zusammengefasste / nicht personenidentifizierbare Informationen:
    • Hinweis darauf, ob die aktuelle oder eine vorherige Seite im Verlauf der Websitenavigation des Nutzers Informationen zum Anzeigenklick in der URL enthält (z.B. GCLID / DCLID)
    • Boolesche Information zum Einwilligungsstatus
    • Zufällige Zahl, die bei jedem Seitenaufbau generiert wird

Sie können nicht nur das Tag-Verhalten an den Einwilligungsstatus anpassen, sondern auch gespeicherte Daten entfernen, wenn ein Nutzer die Einwilligung verweigert. So kann ein Nutzer beispielsweise die Einwilligung zum Speichern von Daten für Anzeigen erteilt haben, seine Meinung dann aber ändern und die Einwilligung verweigern. Wenn Sie ads_data_redaction aktivieren, werden die gespeicherten Informationen in Google Ads gelöscht, wenn der Nutzer die Einwilligung verweigert.

Das Verhalten von Tags mit integrierten Einwilligungsprüfungen richtet sich nach dem jeweiligen Einwilligungsstatus. In der folgenden Tabelle wird das Tag-Verhalten nach Einwilligungsarten und Einwilligungsstatus erläutert. Außerdem wird angegeben, ob ads_data_redaction auf true gesetzt ist.

Einwilligungsart(en) Verweigert oder erteilt Verhalten
ad_storage und analytics_storage erteilt
erteilt
  • Cookies und Geräte-IDs für Anzeigen dürfen gelesen und geschrieben werden.
  • IP-Adressen werden erfasst.
  • Die vollständige Seiten-URL, einschließlich Informationen zu Anzeigenklicks in URL-Parametern (z.B. GCLID / DCLID), wird erfasst.
  • Der Zugriff auf Drittanbieter-Cookies, die zuvor auf google.com und doubleclick.net festgelegt wurden, und eigene Schlüsselereignis-Cookies (z.B. _gcl_*) ist möglich.
ad_personalization verweigert

Personalisierte Anzeigen sind deaktiviert. Für die folgenden Funktionen werden keine Daten erhoben:

  • Remarketing in Google Ads, Display & Video 360 und Search Ads 360
  • Personalisierte Anzeigen bei Google-Produkten für Werbetreibende
ad_user_data verweigert

Die Erhebung personenbezogener Daten für Onlinewerbung ist deaktiviert. Dazu gehören:

  • user_id
  • Erweiterte Conversions: gehashte selbst erhobene Daten
ad_storage verweigert
  • Es dürfen keine neuen Cookies oder Geräte-IDs für Anzeigen geschrieben werden.
  • Bereits vorhandene Cookies oder Geräte-IDs für Anzeigen dürfen nicht gelesen werden.
  • Anfragen werden über eine andere Domain gesendet (z.B. pagead2.googlesyndication.com), um zu verhindern, dass zuvor festgelegte Drittanbieter-Cookies in Anfrageheadern gesendet werden.
  • Von Google Analytics werden keine Google Ads-Cookies geschrieben oder gelesen und über die Funktionen für Google Signale werden keine Daten für diese Zugriffe erfasst.
  • In Anzeigenprodukten werden IP-Adressen bei der Erfassung gekürzt.
  • Die vollständigen Seiten-URLs werden erfasst, einschließlich Informationen zu Anzeigenklicks in URL Parametern (z. B. GCLID / DCLID).
analytics_storage verweigert
  • Eigene Analytics-Cookies oder App-IDs werden nicht gelesen oder geschrieben.
  • Messungen ohne Drittanbieter-Cookies (Web) oder Signale (Apps) werden zu grundlegenden Mess- und Modellierungszwecken an Google Analytics gesendet (z.B. an www.google-analytics.com oder Standarddomains von Analytics).
ad_storage und ads_data_redaction verweigert und „true“
  • Es dürfen keine neuen Cookies oder Geräte-IDs für Anzeigen geschrieben werden.
  • Bereits vorhandene Cookies oder Geräte-IDs für Anzeigen dürfen nicht gelesen werden.
  • Anfragen werden über eine andere Domain gesendet (z.B. pagead2.googlesyndication.com), um zu verhindern, dass zuvor festgelegte Drittanbieter-Cookies in Anfrageheadern gesendet werden.
  • Von Google Analytics werden keine Google Ads-Cookies oder Geräte-IDs geschrieben oder gelesen und über die Funktionen für Google-Signale werden keine Daten für diese Zugriffe erfasst.
  • Kennungen für Anzeigenklicks (z.B. GCLID / DCLID) in Einwilligungs- und Schlüsselereignis Pings werden entfernt.
  • In Anzeigenprodukten werden IP-Adressen bei der Erfassung gekürzt.
  • Kennungen für Anzeigenklicks in Seiten-URLs werden entfernt.

Wenn Sie den Einwilligungsmodus implementieren, werden die Parameter für den Einwilligungsmodus in HTTP-Anfrageparameter wie dma, gcd und gcs übersetzt. Die Einwilligung für Google Dienste wird mit dma_cps codiert. Diese Felder enthalten Informationen zu Einwilligungsstatus und zugehörigen Konfigurationseinstellungen. Google-Tag-Felder können codiert werden, um die Übertragungseffizienz zu verbessern. Diese Felder können sich im Laufe der Zeit ändern, da sich die Dienste weiterentwickeln.

Mit dem Parameter gcs werden die Parameter ad_storage und analytics_storage übertragen. Sie geben die Einwilligungseinstellung des Nutzers in Bezug auf die Speicherung von Cookies für Anzeigen und Analysen (Web) oder Geräte-IDs (App) an. Der Parameter gcd wird immer an Google-Dienste gesendet, unabhängig davon, ob der Einwilligungsmodus aktiviert ist. Der Parameter gcd codiert detaillierte Informationen zur Einwilligungseinstellung des Nutzers über die Einwilligungsarten.

Mit dem Tag Assistant können Sie diese Felder und das Verhalten Ihres Google-Tags besser verstehen, um die Einrichtung einfacher zu debuggen. Weitere Informationen zum Debuggen des Einwilligungs modus.

Modellierung für den Einwilligungsmodus

In Google-Produkten werden diese Pings verwendet, um Messwerte in Ihren Analysetools zu modellieren und dadurch Lücken bei der Datenerhebung zu schließen. Aus Datenschutzgründen gilt für Ihr Tag oder App-SDK ein bestimmter Schwellenwert in Bezug auf die Datenerhebung. Weitere Informationen dazu, was modelliert wird und unter welchen Umständen, finden Sie in den folgenden Artikeln: