Erweiterte Active View-Messwerte

Active View ist eine Technologie, die auf YouTube und auf bestimmten Websites bzw. in bestimmten Apps im Displaynetzwerk eingesetzt wird. Damit lässt sich feststellen, ob eine Anzeige für potenzielle Kunden sichtbar war.

In diesem Artikel werden neue Messwerte für Sichtbarkeit beschrieben, die zusammenfassend als erweiterte Active View-Messwerte bezeichnet werden. Damit lässt sich eine größere Reihe von Messwerten berechnen und alternative signalbasierte Einordnungen werden ersetzt.

Design

In Ads Data Hub werden Sichtbarkeitsdaten anhand von Impressions- und Active View-Ereignissen sowie Conversion-Ereignissen für Creatives erfasst. Jeder dieser Ereignistypen wird in einer separaten Tabelle gespeichert:

  • Impressionen: Jede Zeile steht für eine einzelne Anzeigenimpression. Das entspricht dem Beginn des Lebenszyklus einer Anzeige, also dem Anfang der Wiedergabe (bei Videoanzeigen) oder dem ersten Rendern (bei Displayanzeigen). Einige Impressionsdaten enthalten Signale dazu, welche Sichtbarkeitsmesswerte der Kunde erfassen kann.
  • Active View: Jede Zeile steht für ein clientseitig gemessenes sichtbares Ereignis. Es gibt sowohl Zeilen zur Meldung der Messbarkeit (z. B., dass der erfolgreiche Beginn der Messung vom Client bestätigt wurde) als auch solche für die jeweils erreichten Sichtbarkeitsstandards (z. B. MRC-Standard – 50 % zwei Sekunden lang im sichtbaren Bereich).
  • Creative-Conversions: Jede Zeile entspricht einem Lebenszyklus-Ereignis der Anzeige. Hauptsächlich sind das VAST-Tracking-Ereignisse (Start, Quartil, Pause, Überspringen usw.).

Darüber hinaus enthalten viele Ereignisse auch Sichtbarkeitssignale.

Formatkategorie

Der Media Rating Council definiert die Sichtbarkeit für Display- und für Videoanzeigen unterschiedlich:

  • Displayanzeigen: Die Anzeige muss mindestens eine Sekunde lang zu mindestens 50 % auf dem Bildschirm bzw. Display sichtbar sein. Beispiele: Masthead-Anzeigen, In-Feed-Videoanzeigen zur Steigerung der Kaufbereitschaft
  • Videoanzeigen: Die Anzeige muss mindestens zwei Sekunden lang zu mindestens 50 % auf dem Bildschirm bzw. Display sichtbar sein. Beispiele: überspringbare In-Stream-Anzeigen, Bumper-Anzeigen

Aufgrund dieser Definitionen ist es wahrscheinlich sinnvoll, die für Videoanzeigen gemessenen Impressionen von den Impressionen anderer Messtypen (z. B. Displayanzeigen) zu trennen. In den Tabellen für Impressionen können Sie diese Ereignisse mithilfe des Felds format_category voneinander unterscheiden.

Tabellen abfragen

Damit Sie erweiterte Active View-Messwerte präzise berechnen können, müssen Sie Ihre Abfragen für eine Kombination aus allen drei Tabellen schreiben.

Der Speicherort der Messwerte in den Tabellen kann sich ändern. Deshalb ist es wichtig, die Tabellen miteinander zu verketten, auch wenn ein Messwert nur in einer einzigen Tabelle enthalten ist. Wenn sich der Speicherort eines Messwerts ändert und Sie nicht alle drei Tabellen verketten, funktioniert die Abfrage nicht.

Beispiel

Im folgenden Beispiel wird gezeigt, wie sich die drei Tabellen für die Messung von Videoanzeigen verketten lassen.

Ereignisse werden anhand der Impressions-ID abgeglichen, weil eine Kampagne Impressionen verschiedener Formatkategorien und damit auch unterschiedliche Messstandards umfassen kann. Beispielsweise ist es möglich, dass für Kampagne A sowohl die Impression P mit der Formatkategorie VIDEO als auch die Impression Q mit der Formatkategorie DISPLAY erfasst wird.

-- Write queries as a union of all 3 tables.

WITH
  CombinedEvents AS (
    SELECT
      impression_id,
      campaign_id,
      viewability_metrics,
      TRUE AS is_impression
    FROM adh.google_ads_impressions

    UNION ALL

    SELECT
      Im.impression_id,
      Av.impression_data.campaign_id,
      Av.viewability_metrics,
      FALSE AS is_impression
    FROM adh.google_ads_impressions AS Im
    INNER JOIN adh.google_ads_active_views AS Av
    USING (impression_id)

    UNION ALL

    SELECT
      Im.impression_id,
      Cc.impression_data.campaign_id,
      Cc.viewability_metrics,
      FALSE AS is_impression
    FROM adh.google_ads_impressions AS Im
    INNER JOIN adh.google_ads_creative_conversions AS Cc
    USING (impression_id)
  )
SELECT
  campaign_id,
  COUNTIF(is_impression) AS total_impressions,
  SUM(viewability_metrics.mrc_viewable_impressions.measurable_count)
    AS mrc_measurable_impressions,
  SUM(viewability_metrics.mrc_viewable_impressions.viewable_count)
    AS mrc_viewable_impressions
FROM
  CombinedEvents
GROUP BY
  campaign_id;

Messbarkeit

Es sind noch ältere Versionen der YouTube App in Gebrauch, die es schon vor den neueren Sichtbarkeitsmesswerten gab.

Deshalb enthält jedes Feld mit einem Sichtbarkeitsmesswert auch ein entsprechendes Feld mit der Anzahl der Impressionen, für die der Messwert präzise erfasst werden konnte. Beispielsweise gibt das messbare Feld _count innerhalb von mrc_viewable_impressions die Anzahl der Impressionen an, für die die Sichtbarkeit gemäß MRC-Standard gemessen werden konnte.

Bei der Berechnung von Raten muss die Zahl der messbaren Impressionen im Nenner stehen. Beispielsweise wird die Sichtbarkeitsrate gemäß MRC so berechnet: mrc_viewable_impressions.viewable_count / mrc_viewable_impressions.measurable_count.